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Die Psyche – ein Wunderwerk unseres Menschseins

Die Psyche ist ein Wunderwerk unseres Menschseins. Mit ihr erschließen wir uns die Realität und erleben uns selbst und die Welt um uns herum. Man könnte die menschliche Psyche mit dem Betriebssystem eines Computers vergleichen. So wie die Hardware nicht ohne die Software funktionieren kann, können auch Körper und Psyche nicht unabhängig voneinander betrachtet werden. In einer gesunden Psyche bilden Wahrnehmen, Fühlen, Denken und Handeln eine Einheit. Grundlage dafür sind ein gesundes eigenes Ich und ein eigener, selbstbestimmter Wille.

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Unser ursprüngliches Potenzial

Am Beginn unseres Lebens tragen wir ein riesengroßes Potenzial an Fähigkeiten in uns. Wir sind offen für das Leben und voller Liebe, Freude und Lebendigkeit. Dies ist für mich der Kern unseres Menschseins.

Im Kontakt mit anderen Menschen – und zunächst ganz besonders mit unserer Mutter – erleben wir, wie sicher und willkommen wir uns in der Welt fühlen können. Diese frühen Erfahrungen prägen, inwieweit wir mit uns selbst, unserem gesunden Ich und unserem eigenen Wollen verbunden bleiben können.

Wenn wir in unserem Leben Situationen erleben, die uns überfordern oder in denen wir uns nicht sicher fühlen, kann unsere Psyche Schutzmechanismen entwickeln. Unter großer Belastung kann es notwendig werden, bestimmte Erfahrungen, Gefühle oder Bedürfnisse nicht mehr bewusst wahrzunehmen. Man könnte sagen: Ein Teil von uns wird abgespalten, damit wir die Situation überstehen können.

Was uns damals geholfen hat zu überleben, kann uns später im Leben jedoch belasten. Wir fühlen uns vielleicht immer wieder von bestimmten Gefühlen überwältigt, haben Schwierigkeiten in Beziehungen, verlieren den Kontakt zu unseren eigenen Bedürfnissen oder erleben körperliche Symptome, deren Zusammenhänge wir nicht verstehen.

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Die Psyche verstehen und sich selbst wieder begegnen

Die Identitätsorientierte Psychotraumatheorie (IoPT) und die darauf aufbauende Selbstbegegnung mit der Anliegenmethode bieten einen Ansatz, sich diesen inneren Zusammenhängen zuzuwenden. In der Selbstbegegnung können bisher nicht bewusste oder abgespaltene psychische Anteile sichtbar und erfahrbar werden. Dadurch kann ein Prozess beginnen, in dem wir uns selbst besser verstehen und wieder mehr Zugang zu unseren eigenen Gefühlen, Bedürfnissen und unserem eigenen Wollen finden. Es geht darum, sich selbst immer mehr zu erkennen und die eigene Psyche in ihrer ganzen Vielfalt anzunehmen.

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Es ist nie zu spät

Wenn du bemerkst, dass du Schwierigkeiten in der Beziehung zu dir selbst oder zu anderen Menschen hast, kann es sich lohnen, einmal durch die Brille der Psyche darauf zu schauen. Auch körperliche Symptome können Anlass sein, genauer hinzuschauen und sich zu fragen, welche Zusammenhänge es zwischen Körper, Psyche und den eigenen Lebenserfahrungen geben könnte.

Ich lade dich ein, diesen Weg der Selbstbegegnung mit der Anliegenmethode selbst kennenzulernen.

Ich unterstütze dich gerne dabei, erste Erfahrungen mit dieser Methode zu machen und dich auf eine achtsame Entdeckungsreise zu dir selbst zu begeben. Es ist nie zu spät, sich selbst zu begegnen.

Trauma

Es ist nicht alles Trauma – aber mit Trauma ist vieles nicht zu verstehen.

Eine Traumatisierung kann entstehen, wenn ein Mensch von einer Situation überfordert wird, seine psychischen Ressourcen zur Bewältigung nicht ausreichen und keine ausreichende Regulation und Unterstützung erfahren wird. Je jünger ein Mensch ist, desto weniger eigene Ressourcen stehen ihm zur Verfügung. Aus der Perspektive der Identitätsorientierten Psychotraumatheorie (IoPT) wird davon ausgegangen, dass traumatische Erfahrungen bereits sehr früh im Leben möglich sind.

Gerade die frühe Beziehung zur Mutter spielt dabei eine besondere Rolle. Als Kind bin ich darauf angewiesen, mich mit meiner Mutter zu verbinden und von ihr versorgt und geschützt zu werden. Ist sie selbst durch unverarbeitete traumatische Erfahrungen belastet, kann dies die Beziehung und damit auch die Entwicklung des Kindes beeinflussen – häufig ohne dass es der Mutter selbst bewusst ist.

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Wenn Erinnerungen nicht bewusst zugänglich sind

Bewusste autobiografische Erinnerungen entwickeln sich erst im Laufe der frühen Kindheit. Erfahrungen aus der Zeit davor sind deshalb häufig nicht als konkrete Erinnerungen abrufbar. Das bedeutet jedoch nicht, dass frühe Erfahrungen keine Spuren hinterlassen können. Sie können sich beispielsweise in emotionalen Reaktionen, körperlichen Empfindungen, Beziehungsmustern oder bestimmten Verhaltensweisen zeigen. Unser Körper kann uns dabei Hinweise geben, dass etwas in uns noch nicht verarbeitet ist.

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Überlebensstrategien – wenn Flucht oder Widerstand nicht möglich sind

Wenn ich mich in einer traumatisierenden Situation weder wehren noch fliehen kann, können Erstarren, Einfrieren oder Sich-tot-Stellen wichtige Überlebensreaktionen sein. Sie ermöglichen es, mit Gefühlen wie Ohnmacht, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, Verzweiflung, Todesangst, Scham oder Ekel umzugehen, die in diesem Moment zu überwältigend sein können. Diese Gefühle sind dadurch nicht einfach verschwunden. Im Rahmen der IoPT wird davon ausgegangen, dass sie psychisch abgespalten werden können und später durch Situationen oder Reize wieder aktiviert werden, die an die ursprüngliche Erfahrung erinnern. Wir sprechen dann von einem Trigger. Je häufiger solche Erfahrungen auftreten und je größer die Gefahr einer unbewussten Wiederholung alter Beziehungsmuster wird, desto mehr Überlebensstrategien können entstehen. Was uns ursprünglich geholfen hat zu überleben, kann uns später daran hindern, unser Leben frei und selbstbestimmt zu gestalten.

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Der Weg zurück zu mir selbst

Um sich traumatischen Erfahrungen zuzuwenden, braucht es aus meiner Sicht ein ausreichend stabiles und gesundes eigenes Ich, einen eigenen Willen und einen geschützten, traumasensiblen Rahmen.

In einer Selbstbegegnung mit dem eigenen Anliegen können innere Zusammenhänge sichtbar werden. Die ursprüngliche Erfahrung kann sich in einer kontrollierten und begleiteten Form zeigen, ohne dass das damalige Geschehen tatsächlich wiederholt werden muss.

Wenn traumatisierte Anteile mit ihren eingefrorenen Gefühlen wahrgenommen und mitfühlend integriert werden können, können bisher notwendige Überlebensstrategien zunehmend überflüssig werden.

Es kann die Erfahrung entstehen:

Ich bin heute nicht mehr das hilflose Kind von damals.

Ich bin erwachsen.

Ich kann unterscheiden, was damals war und was heute ist.

Ich bin nicht mehr in gleicher Weise von anderen abhängig wie in meiner Kindheit.

Meine gesunde Psyche und mein eigener Wille können mir wieder umfassender zur Verfügung stehen. Dadurch wird es möglich, die Realität zunehmend so wahrzunehmen, wie sie tatsächlich ist – und aus der eigenen Mitte heraus zu handeln.

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Symptome als Botschaften verstehen

Aus dieser Perspektive sind Trigger und die Wiederholung alter Muster nicht einfach nur etwas, das möglichst schnell verschwinden soll. Sie können vielmehr als Hinweise verstanden werden, dass etwas in uns noch gesehen, verstanden und integriert werden möchte. Die Psyche versucht möglicherweise, eine frühere Spaltung rückgängig zu machen und wieder mehr Ganzheit herzustellen. Deshalb lohnt es sich, Symptome nicht nur „wegmachen“ zu wollen, sondern ihnen zuzuhören und nach ihrer Bedeutung zu fragen. Unser Körper spricht mit uns. Vielleicht lohnt es sich, ihm zuzuhören.

Selbstbegegnung – sich selbst begegnen

Es gibt für mich kaum etwas Schöneres, als sich mit sich selbst, seinem Körper und seiner Psyche verbunden zu fühlen. Sich immer wieder selbst zu begegnen – in seiner wahren Identität, mit den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen und im eigenen Leben. Darin liegt für mich ein wesentlicher Schlüssel für liebevolle und lebendige Beziehungen mit anderen Menschen.

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„Ein Mensch, der bei sich ist, ist ein Segen für sich und andere.“ 

Franz Ruppert

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Selbstbegegnung mit dem eigenen Anliegen

Eine Methode, die mich persönlich sehr überzeugt und die ich als besonders wirkungsvoll erlebe, ist die Selbstbegegnung mit dem eigenen Anliegen. Dabei geht es nicht darum, von außen etwas „wegzumachen“ oder jemanden zu verändern. Heilung kann nicht von außen gemacht werden. Sie geschieht in uns selbst. Eine traumasensible Begleitung kann diesen inneren Prozess unterstützen und einen geschützten Rahmen dafür schaffen. In der Resonanz mit meinem eigenen Anliegen kann meine Psyche zeigen, was im jeweiligen Moment für mich zugänglich und erfahrbar ist. Dabei geht es darum, mich selbst wahrzunehmen, ohne mich zu überfordern.

Die Grundlagen meiner Begleitung sind Wohlwollen, Empathie und Authentizität. Orientierung geben mir dabei das Spaltungsmodell der Identitätsorientierten Psychotraumatheorie (IoPT), die Erkenntnisse tiefenpsychologischer Methoden und meine langjährige Erfahrung mit dem Resonanzphänomen.

Auf diese Weise können auch sehr frühe und heute nicht bewusst erinnerbare Erfahrungen zugänglich werden. Was bisher unbewusst unser Erleben und Verhalten beeinflusst hat, kann sichtbar und damit einer bewussten Auseinandersetzung zugänglich werden.

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Wie läuft eine Selbstbegegnung ab?

Im Einzelsetting kann der Klient entweder selbst mit seinem Anliegen beziehungsweise einem psychischen Anteil in Resonanz gehen oder – wenn es für den Prozess hilfreich ist – die Begleitung.

In einer Gruppe wird ein Teilnehmer gebeten, in Resonanz mit dem Anliegen eines anderen Menschen zu gehen. Dabei können unterschiedliche Wahrnehmungen, Gefühle, Körperempfindungen oder Impulse auftauchen. Im Verständnis der IoPT können diese Resonanzen Hinweise auf die im Anliegen verborgenen inneren Zusammenhänge geben. Mit Unterstützung kann eine emotionale Verbindung zu einem traumatisierten Anteil entstehen. Gleichzeitig kann ein gesunder Anteil wieder deutlicher wahrnehmbar werden. So können Überlebensstrategien, die früher notwendig waren, nach und nach ihre Bedeutung verlieren. Bedürfnisse, die in einer traumatisierenden Situation keinen Raum hatten, können wieder wahrgenommen und ernst genommen werden.

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Wieder mehr bei sich ankommen

Selbstbegegnung bedeutet für mich nicht, etwas an sich reparieren zu müssen. Es geht vielmehr darum, sich selbst immer tiefer kennenzulernen, die eigene Geschichte zu verstehen und wieder mehr mit dem eigenen Ich, den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen verbunden zu sein. Je mehr ich bei mir bin, desto freier kann ich in Beziehung mit anderen Menschen sein. Und vielleicht beginnt genau hier etwas, das wir alle suchen: das eigene Leben wirklich zu leben.

 

 

 

Identitätsorientierte Psychotraumatheorie und Anliegenmethode

Es ist wichtig, die Vergangenheit aufzuräumen – aber nicht darin hängen zu bleiben.

Für mich bedeutet Ganzheit nicht, sich immer wieder mit dem Vergangenen zu beschäftigen. Es geht vielmehr darum, abgespaltene psychische Anteile wieder zu integrieren, sich dabei auf das eigene gesunde Ich und den eigenen Willen zu konzentrieren und das Potenzial der gesunden psychischen Anteile wieder zugänglich werden zu lassen.

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Das Spaltungsmodell der menschlichen Psyche

Die Identitätsorientierte Psychotraumatheorie (IoPT) nach Prof. Dr. Franz Ruppert basiert auf dem Spaltungsmodell der menschlichen Psyche.

Wenn wir in eine Situation geraten, die unsere psychischen Möglichkeiten überfordert, kann es zu einer psychischen Spaltung kommen. Im Modell der IoPT werden dabei drei unterschiedliche Anteile beschrieben:

Der gesunde Anteil – GA

Der gesunde Anteil bleibt mit der Realität verbunden. Er kann wahrnehmen, fühlen, denken und handeln und sich an dem orientieren, was tatsächlich ist. Hier liegen unsere gesunden Fähigkeiten, unser eigenes Ich und unser eigener Wille – und damit auch ein großes persönliches Potenzial.

Der traumatisierte Anteil – TA

Der traumatisierte Anteil trägt die Erfahrungen und Gefühle, die in der traumatisierenden Situation nicht verarbeitet werden konnten. Gefühle wie Ohnmacht, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, Verzweiflung oder Todesangst können so überwältigend sein, dass die Psyche sie nicht integrieren kann. Der traumatisierte Anteil bleibt gewissermaßen in der damaligen Erfahrung gebunden.

Der Überlebensanteil – ÜA

Damit wir trotz dieser überwältigenden Erfahrungen weiterleben können, entwickelt die Psyche Überlebensstrategien. Der Überlebensanteil hilft dabei, die traumatische Wahrnehmung und die damit verbundenen Gefühle möglichst weit aus dem bewussten Erleben herauszuhalten. Das kann uns damals geschützt und unser Überleben ermöglicht haben. Doch was einmal eine notwendige Überlebensstrategie war, kann später sehr viel Energie binden. Diese Energie steht uns dann nicht mehr vollständig für unser heutiges Leben zur Verfügung.

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Nicht in der Vergangenheit hängen bleiben

Unsere Psyche scheint nach Ganzheit und Verbindung zu streben. Deshalb können alte Erfahrungen in späteren Lebenssituationen wieder auftauchen und sich in ähnlichen Mustern reinszenieren. Wir erleben vielleicht immer wieder ähnliche Konflikte, Beziehungsmuster, Gefühle oder Situationen, obwohl wir uns bewusst etwas ganz anderes wünschen. In der Selbstbegegnung mit der Anliegenmethode können solche inneren Zusammenhänge sichtbar werden. Mit einer traumasensiblen Begleitung kann eine kontrollierte Annäherung an das eigene Erleben möglich werden. Der traumatisierte Anteil kann mit seinen Erfahrungen und Gefühlen wahrgenommen und auf einer gesunden erwachsenen Ebene wieder in die eigene Identität integriert werden. Dabei geht es nicht darum, das Trauma noch einmal unkontrolliert zu durchleben. Es geht darum, sich selbst in der Gegenwart zu begegnen und das, was damals abgespalten werden musste, heute aus einer erwachsenen und zunehmend gesunden Position heraus wahrzunehmen.

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Wenn psychisches Potenzial wieder frei wird

Wenn traumatisierte Anteile nicht länger isoliert bleiben müssen und Überlebensstrategien zunehmend ihre ursprüngliche Funktion verlieren, kann sich etwas verändern. Gebundene Energie und psychisches Potenzial können wieder für das eigene Leben verfügbar werden. Dann geht es nicht mehr nur darum, Vergangenes zu verstehen. Es geht darum, heute zu leben. Mit dem eigenen psychischen Potenzial kann ich mein Leben zunehmend selbst gestalten:

  • gesunde und authentische Beziehungen entwickeln

  • meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen

  • meinem eigenen Willen folgen

  • kreativ sein und mich ausdrücken

  • mit mehr Lebendigkeit und Begeisterung leben

  • eine zunehmend gesunde Beziehung zu meinem Körper entwickeln

  • Verantwortung für mein eigenes Leben übernehmen

Für mich bedeutet dieser Weg deshalb vor allem eines:

Nicht die Vergangenheit soll mein Leben bestimmen. Ich möchte meine Vergangenheit verstehen, mein gesundes Ich stärken und mein eigenes Leben zunehmend selbst gestalten.

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Aus Überleben wird zunehmend Leben.
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